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Training im offenen und geschlossenen System

Die Belastung von Muskeln und passiven Strukturen wie Bändern (zum Beispiel im Kniegelenk) hängt maßgeblich davon ab, ob im offenen oder im geschlossenen System trainiert wird.

Vergleich Training im offenen und geschlossenem System.
Links: Training im geschlossenem Sytem mit der Beinstemme.
Rechts: Training im offenen System mit dem Legcurl. (Bildquelle: Evoletics)

Offenes System

Eine Bewegung im offenen System liegt dann vor, wenn das Endglied eines Körpersegmentes bei der Bewegungsausführung frei beweglich ist (zum Beispiel am Beinstrecker). Diese Übungen dienen vor allem dem Training isolierter Muskeln bzw. Muskelgruppen. Im offenen System können Agonisten und Synergisten weitestgehend separat angesteuert werden.

Kennzeichen des offenen Systems
  • Isoliertes Training eines Muskels möglich, um spezifische Muskeldefizite auszugleichen
  • Keine Kompensationsmöglichkeit durch andere Muskelgruppen
  • Kaum axiale Druckbelastungen
  • Motorisch einfach auszuführende Bewegung
  • Wenig Ausweichbewegungen möglich, daher wenig Fehlerbilder


Geschlossenes System

Eine Bewegung im geschlossenen System liegt dann vor, wenn das Endglied eines Körpersegmentes bei der Bewegungsausführung fixiert ist (zum Beispiel an der Beinpresse). Bei Übungen im geschlossenen System werden die Agonisten bzw. sowohl die Synergisten als auch die Antagonisten in unterschiedlicher Weise gefordert. Diese Übungen dienen dem Training einer Vielzahl von Muskeln innerhalb einer kinematischen Kette. Im geschlossenen System werden Agonisten und Antagonisten gleichzeitig angespannt – dies führt zu einer Stabilisierung des Gelenks.

Kennzeichen des geschlossenen Systems

  • Alltagsnahe Bewegung
  • Training in Muskelketten (funktionelles Bewegungsmuster)
  • Entlastung der Bandstrukturen durch physiologische Gelenkmechanik und muskuläre Sicherung
  • Verbesserung der intermuskulären Koordination
  • Kaum Auftreten von Scherkräften


Fazit

Das geschlossene und offene System unterscheiden sich in der Form des Trainings. Beide Bereiche werden verschiedenen Anforderungen der körperlichen Ausgangssituation gerecht:

Im geschlossenen System werden Agonisten und Antagonisten gleichzeitig angespannt – dies führt zu einer Stabilisierung des Gelenks. Das Training im geschlossenen System dient vor allem der Vermeidung von Scherbelastungen bei unspezifischen Schmerzen oder bereits vorhandenen Pathologien (speziell im Kniegelenk).

Im Gegensatz dazu können Agonisten und Synergisten im offenen System weitestgehend isoliert angesteuert werden. Trainingsübungen dieser Art können beispielsweise bei muskulären Dysbalancen eingesetzt werden.

Literaturverzeichnis

Nitzsche, N.; Schulz, H. (2012). Wirkung eines Trainings im offenen und geschlossenen kinetischen Systems nach vorderer Kreuzbandplastik in German Journal of Sports Medicine / Deutsche Zeitschrift fur Sportmedizin, Vol. 63 Issue 10, p305-310. 6p.

K. Beinert (2008). Kreuzbandrehabilitation in der offenen Kette – Fakten und Mythen. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG Stuttgart.

Vogt, Lutz; Giesche, Florian (2017). Körperliche Aktivität und Gesundheit. Heidelberg: Springer-Verlag GmbH.

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