piwik

Existenzgründung als Personal Trainer

Gastartikel von Jari Fastner
Selbständiger Personal Trainer bei der Arbeit

Du bist inzwischen ausgebildeter Fitnesstrainer, du hast das nötige Fachwissen und möchtest jetzt als Personal Trainer arbeiten. Aber was nun? Was genau musst du jetzt überhaupt machen, um wirklich als professioneller Personal Trainer Geld zu verdienen? Gibt es die Möglichkeit, sich als Personal Trainer anstellen zu lassen? Was musst du tun, um Rechnungen schreiben zu können und welche Form von Unternehmen musst du überhaupt anmelden - Gewerbe, GmbH, UG oder gar nichts? Was für Equipment brauchst du und wie funktioniert das mit der Mehrwertsteuer? Brauchst du eine Versicherung und was noch viel interessanter ist: Wie setze ich meinen Preis fest? Wie spezialisiere ich mich?

Warum solltest du dich überhaupt selbstständig machen?

Warum nicht lieber angestellt sein und ohne Risiko jeden Monat Geld auf dein Konto bekommen? Ganz einfach: es gibt kaum Festanstellungen als Personal Trainer und wenn, dann häufig nur auf Teilzeit. Durch den Fitnessboom der letzten Jahre gibt es natürlich deutlich mehr Anstellungen als Personal Trainer als früher, aber diese Stellen sind sehr rah gesät sind und daher machen sich die meisten Personal Trainer selbstständig.

Der Schritt in die Selbstständigkeit als Personal Trainer

Selbstständigkeit hört sich im ersten Moment für einige vielleicht noch hochgegriffen oder unbequem an. Dieser ganze Papierkram einer eigenen Firma: Rechnungen schreiben, Finanzamt und Steuererklärung, das kann im ersten Moment überfordernd wirken. Aber wenn man einmal weiß wie, ist das dann alles doch nicht so schwer wie man zuerst denkt.

Von mir bekommst du hier einen perfekten Leitfaden, um deine Selbstständigkeit als Personal Trainer zu starten. Wenn du nun also die Entscheidung getroffen hast, dich selbstständig zu machen, musst du dein zuständiges Finanzamt kontaktieren und eine Steuernummer beantragen. Beim Beantragen der Steuernummer teilst du deinem zuständigen Sachbearbeiter mit, dass du jetzt eine Selbstständigkeit als Personal Trainer aufnehmen wirst. FERTIG, jetzt kannst du dein eigenes Business starten. Du musst weder eine UG noch GmbH oder ähnliches anmelden. Ein Anruf beim Finanzamt und deine Selbstständigkeit kann offiziell losgehen.

Du musst nicht mal zwingend ein Logo entwerfen, denn es gibt kein Gesetz, dass du als Personal Trainer ein Logo haben musst. Im Laufe deiner Selbstständigkeit würde ich dir aber empfehlen ein Logo zu entwickeln, denn dies macht dich professioneller und baut deine Marke weiter aus.

Ich habe am Anfang meiner Karriere ein Gewerbe angemeldet, es aber nach kurzer Zeit wieder abgemeldet, da ein Personal Trainer kein Gewerbetreibender ist, sondern Freiberuflicher bzw. Einzelunternehmer. Wenn du ein Gewerbe anmeldest, musst du Gewerbesteuer zahlen, das solltest du also vermeiden.

Equipment für die Selbstständigkeit als Personal Trainer

Du hast jetzt also deine Steuernummer beantragt und bekommen, was passiert nun? Jetzt musst du dich mit dem richtigen Equipment eindecken. Das Gute am Job als Personal Trainer ist, dass wir mit wirklich sehr wenig Startkapital unsere Selbstständigkeit aufbauen können. Denn wir müssen nicht erst zehntausende Euros für Maschinen oder Miete ausgeben, sondern brauchen lediglich ein paar Trainingsgeräte, die gut in unsere Sporttasche passen und können sofort loslegen. Das absolute Minimum, was du an Ausstattung brauchst, ist eine Sporttasche (ca. 40€) Trainingsmatte (ca. 20€), ein Theraband mit Griffen (ca. 20 €) und ein paar Handtücher (ca. 15€). Du kannst deine Selbstständigkeit also schon mit Anschaffungen starten, die nicht mal 100€ kosten. Das ist super günstig. Mit diesem Equipment habe ich auch angefangen und dann immer mal wieder etwas Neues dazu gekauft.

Wenn du nicht in der Stadt wohnst, sondern auf dem Land und nicht so leicht auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen kannst, solltest du auch ein Auto haben. Denn die meisten Kunden werden nicht zu dir kommen, sondern zu wirst zu Ihnen fahren oder dich an einem abgesprochenen Trainingsort treffen.

Mehrwertsteuer als selbstständiger Personal Trainer

Du hast nun also deine Steuernummer und dein Trainingsequipment besorgt, was musst du jetzt noch beachten? Um erstmal keine Mehrwertsteuer in deinen Rechnungen ausweisen zu müssen, kannst du ein Kleingewerbe anmelden. Hier kannst du im Jahr bis zu 17.500,- Euro umsetzen und musst keine Mehrwertsteuer auf deinen Stundensatz drauf rechnen.

Der Vorteil dabei ist, dass du Stunden somit günstiger als deine Mitbewerber anbieten kannst, bzw. somit 19% mehr Gewinn pro Stunde hast, als jemand der die Mehrwertsteuer an das Finanzamt abführen muss.

Welche Versicherung für selbstständige Personal Trainer?

Jetzt stellt sich natürlich auch noch die Frage: Brauche ich eine Versicherung und wenn ja, welche?

Grundsätzlich würde es deine Kunden nicht stören, wenn du keine Haftpflichtversicherung hast, denn mich hat noch nie ein Kunde gefragt, ob ich überhaupt eine Berufshaftpflichtversicherung habe. Trotzdem würde ich dir unbedingt empfehlen, eine Haftpflichtversicherung für deinen Job abzuschließen. Stell dir mal vor, du lässt deine schwere Hantel auf den teuren Parkettboden deines Klienten fallen und richtest somit einen riesen Schaden an, was nun? Wer soll das jetzt zahlen? Um genau solchen Problemen aus dem Weg zu gehen, solltest du unbedingt eine Haftpflichtversicherung für deinen Job haben.

Suche dir einen Versicherungsmakler, der wirklich Ahnung hat und nimm nicht den Nächstbesten, nur weil du Ihn über ein paar Ecken kennst. So eine Versicherung kostet nur wenige hundert Euro im Jahr und ist ihr Geld mit Sicherheit wert. Ich habe Sie noch nie in Anspruch nehmen müssen, bin aber sehr froh, dass ich mir keine Gedanken über irgendwelche Unfälle machen muss.

Haftungsausschlusserklärung für Personal Trainer

Bevor das Training losgeht, solltest du deinen Klienten unbedingt die „Haftungsausschlusserklärung“ unterschreiben lassen. Die ist ein Formular, was meine Klienten unterschreiben müssen und dabei einwilligen, dass unser Training auf eigene Gefahr ablaufen wird. Das ist super wichtig, falls mal etwas im Training passieren sollte und dein Kunde sich verletzt, aus welchem Grund auch immer, kann er dich dann dafür nicht zur Verantwortung ziehen.

Es kann ja auch sein, dass die Ursache des Problems gar nicht in deinem Training entstanden ist, er jetzt aber jemanden sucht, den er als Sündenbock dastehen lassen kann. Also lasse Ihn eine Haftungsausschlusserklärung (HAE) unterschreiben und sichere dich gegen jede Klage ab. Wenn du eine komplette HAE und noch viel mehr Tipps haben möchtest, solltest du mein Buch lesen. Es heißt „Erfolg in Jogginghose“ und ist auf Amazon erhältlich.

Jetzt weißt du also darüber Bescheid, wie du deine Firma gründest, was für Equipment du brauchst, welche Versicherung du abschließen solltest und wie du dich gegen Klagen schützt.

Stundenlohn als Personal Trainer

Nun stellt sich natürlich noch die Frage, wieviel Euro kannst du für deine Stunden nehmen? Du musst mindestens 80 Euro die Stunden verlangen, ansonsten kannst du davon nicht dauerhaft leben. Das hört sich für einige vielleicht etwas viel an, ist es aber nicht. Denn wenn man überlegt, dass du davon all deine Kosten zahlen musst: An/Abreise, neues Equipment, Versicherungen, Rente, Rücklagen usw., dann ist das doch schon ziemlich knapp bemessen.

Ich würde dir empfehlen, mit 85 Euro pro Stunde anzufangen und dann durch eine Spezialisierung auf ein bestimmtes Gebiet, dich Stück für Stück nach oben zu arbeiten. In der heutigen Zeit ist es nämlich viel leichter sich als Personal Trainer selbstständig zu machen, als noch vor 10 Jahren. Denn die Bereitschaft der Klienten ist enorm gestiegen, Geld für einen Personal Trainer auszugeben.

Spezialisierung als Personal Trainer

Wie eben schon erwähnt, rate ich dir unbedingt dich zu spezialisieren, denn nur so kannst du wirklich hohe Stundensätze, dauerhaft verlangen. Aber wie entwickelt sich so eine Spezialisierung? Welcher Bereich passt am besten zu einem?

Überlege dir, was du gerne machst oder womit du sich selber identifizieren kannst. Wenn du mal dick warst und 30 Kilo abgenommen hast, dann werde Spezialist für Gewichtsreduktion. Oder du hattest mal Asthma und hast diese Krankheit durch das richtige Training besiegen können, dann werde „Personal Trainer mit Spezialgebiet Asthma". So können sich deine Kunden mit dir identifizieren, da du auch Leidtragender warst, genau wie sie.

Das Ganze ist natürlich oft leichter gesagt, als getan. Denn wenn man sich als PT selbstständig macht, muss man dafür sorgen, dass Geld in die Kasse gespült wird und man muss fast jeden Auftrag annehmen, den man kriegen kann. Überlege dir trotzdem genau, worauf du dich spezialisieren möchtest, denn so hast du auf lange Sicht, den größten Erfolg.

Wenn du ein Problem mit dem Knie hast, gehst du ja auch nicht zum Allgemeinmediziner, sondern zum Orthopäden.

Nun liegt es an dir…

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Beitrag weiterhelfen konnte und ich es dir nun leichter gemacht habe, dich als Personal Trainer selbstständig zu machen.

Viel Erfolg mit deinem eigenen Business als erfolgreicher Personal Trainer.

Jari Fastner

ÜBER DEN AUTOR

Jari Fastner

JARI FASTNER

staatlich geprüfter Sportlehrer,
seit 2010 hauptberuflicher Personal Fitnesstrainer

www.jari-fastner.de

"Wenn du noch mehr Tipps und Anregungen brauchst, wie man es möglichst leicht zum erfolgreichen und ausgebuchten Personal Trainer schafft, kann ich dir mein Buch Erfolg in Jogginghose empfehlen."

Bei Amazon ansehen.

Erfolg in JogginghoseErfolg in Jogginghose

Werde Personal Trainer