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Ursache von Seitenstichen und was man dagegen tun kann

Läufer mit Seitenstichen

Dieses lästige Piksen unterhalb der Rippen. Mal links, mal rechts oder sogar beidseitig. Häufig tritt es gerade bei Ausdauerbelastungen auf und verschwindet, sobald die Belastung nachlässt. Seitenstiche gehören immer noch zu den großen Mythen unseres Körpers. Trotz aktueller Studienlage konnte noch keine abschließende Begründung für das Entstehen von Seitenstechen gefunden werden. Vielmehr ranken sich Mythen um dieses Thema, denn da die Schmerzen nur bei Belastung entstehen und bei Entlastung sofort nachlassen, ist eine Untersuchung der Ursache schwierig.

Theorie Nr. 1: Falsche Atmung

Falsches Atmen soll der Grund für die schmerzhaften Stiche sein. Durch die sportliche Belastung könne es einerseits zu vertiefter und zeitgleich unregelmäßiger Atmung kommen. Dabei würden die unteren Lungenabschnitte nicht vollständig belüftet, was zu den Schmerzen führe.

Diese Idee wird von den meisten Experten für nichtig erklärt. Wir atmen schließlich durchweg, sodass das Zwerchfell einer der am bestem trainierten Muskeln unseres Körpers ist. Soll er von ein bisschen Sport überlastet sein – eher unwahrscheinlich.

Eine weitere Ursache in Verbindung mit der Atmung könne sein, dass es durch eine hohe Belastung zu einer verkürzten Ausatemphase kommt, was dazu führt, dass das Zwerchfell nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Für diese Ursache würde der Fakt sprechen, dass eine tiefe Bauchatmung dabei hilft, die Seitenstiche wieder los zu werden.

Theorie Nr. 2: Körperhaltung

Die Haltung soll Auslöser für die Seitenstiche sein. Ein Hohlkreuz, hängende Schultern oder ein Rundrücken sollen Schuld an den Schmerzen in den Flanken sein. Grund dafür sei der durch die Fehlstellung entstehende Druck auf die Organe, welcher die Reduzierung des Platzes im Bauchraum zur Folge hat. Die Organoberflächen sind sehr empfindlich und reagieren bei zunehmender Belastung (Druck, Zug) mit Schmerz.

Auch Blähungen können zum Auftreten von Seitenstechen führen. Denn durch den raumfordernden Prozess der Luft bleibt nicht genügend Platz, um tief und gleichmäßig zu atmen. Diese Theorie könnte durch den Fakt bestärkt werden, dass es bei Auftreten von Seitenstichen hilft, wenn man die Arme nach oben streckt.

Theorie Nr. 3: Essen vor dem Sport

Mit vollem Magen einer sportlichen Betätigung nachzugehen ist in vielerlei Hinsicht nicht die beste Idee. Beim Sport benötigen die Muskeln vermehrt Blut, sodass eine schwerpunktmäßige Umverteilung stattfindet. Die Verdauungsorgane werden also weniger gut durchblutet. Nun benötigt der Magen-Darm-Trakt für die Verdauung notwendigerweise vermehrt sauerstoffreiches Blut. Ein Interessenkonflikt zweier Systeme.

Wenn nun die Verdauungsorgane weniger gut mit Nährstoffen versorgt werden, ziehen sich die sehr empfindlichen Organhüllen von Niere und Milz zusammen, sodass auch noch zusätzlich das Fasziengewebe gereizt wird. Diese Zugwirkungen sind als auslösender Faktor für die Symptome des Seitenstechens denkbar.

Theorie Nr. 4: Dehnungsschmerz von Leber und Milz

Eine plötzlich stark erhöhte Durchblutung kann zum Dehnungsschmerz von Leber und Milz führen. Beide Organhüllen sind wie schon beschrieben sehr schmerzempfindlich. Kommt es nun durch den erhöhten Blutstrom zur Dehnung der Hüllen, entsteht ein ziehender und stechender Schmerz an den Stellen. Eben die bekannten Symptome des Seitenstechens.

Tipps, um das Auftreten von Seitenstichen zu verhindern

Um das Auftreten von Seitenstechen möglichst zu verhindern, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:

  • Seitenstiche treten vor allem dann auf, wenn das Lauftempo zu hoch ist. Passen Sie Ihr Lauftempo an Ihre Atmung an und nicht umgekehrt.
  • Finden Sie Ihren individuellen Atemrhythmus.
  • Atmen Sie bei Ausdauerbelastungen tief und gleichmäßig.
  • Nicht direkt vor dem Sport essen.
  • Achten Sie auf eine aufrechte Körperhaltung – lieber die Laufstrecke kurzhalten, dafür aber mit guter Haltung laufen.

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