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Was ist Pilates?

Pilates mit Pilates-Circle

Pilates ist ein ganzheitliches Ganzkörpertraining, bei dem Atmung und Bewegung in Einklang gebracht werden. Durch die Anspannung der tiefen Bauch-, Rücken- und Beckenbodenmuskulatur wird der Rumpf stabilisiert und damit das Powerhouse aktiviert. Zudem wird durch das Trainieren von funktionellen Bewegungsabläufen die Beweglichkeit gefördert.

Beim Pilates steht immer die kontrollierte und konzentrierte Bewegungsausführung im Vordergrund. Bei allen Übungen ist Qualität wichtiger als Quantität!

Geschichte

Joseph Hubert Pilates wurde 1880 in Mönchengladbach geboren. Er hatte schon als Kind einen schwachen Körperbau und war häufig krank. Trotzdem widmete er sich schon als Kind verschiedenen Sportarten. Beim Sport faszinierte ihn besonders, dass man mit Konzentration die korrekte Übungsausführung sicherstellen konnte und dass man dann wiederum durch die Kontrolle des Körpers den Geist beeinflussen konnte. Auch die wichtige Rolle, die die Atmung bei der Körperkontrolle spielt, erkannte er und interessierte sich dafür.

1912 ging Herr Pilates nach England, um Berufsboxer zu werden. Als er dann im ersten Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft geriet, half er dort mit seinen Trainingsmethoden anderen Kriegsverletzten bei der Rehabilitation.

Portrait von Joseph Hubert Pilates
Portrait von J.H. Pilates (by KPilates - CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons)

Erste Trainingsgeräte waren beispielsweise Lazarettbetten, Matratzen oder Bettfedern. Auch Tücher und Seile verwendete er für sein Training. Aus der Gefangenschaft entlassen, ging er nach New York und gründete mit seiner Frau Clara das erste Pilatesstudio, in dem überwiegend Tänzer, Schauspieler und Künstler trainierten.

Zeitstrahl Pilates Historie

Pilates Training heute

Das klassische Mattenprogramm umfasst knapp 40 Übungen, die im Buch von J. H. Pilates „Return to Life through Contrology“ zusammengefasst wurden. Diese 40 Übungen werden als Übungsprogramm in einer vorgegebenen Reihenfolge durchgeführt. „Contrology“ ist dabei ein wichtiges Stichwort, das die Koordination von Körper und Geist meint.

Nach dem Tod von J. H. Pilates gab es häufiger Veränderung der Übungen. So entstanden viele unterschiedliche Pilatesrichtungen. Die hauptsächlichen Unterschiede liegen in der Ausführung der Übungen und im Atemrhythmus. Für sich die richtige Variante herauszufinden, setzt ein hohes Maß an Körpergefühl und Bewegungserfahrung voraus.

J. H. Pilates hat überwiegend in Einzelbetreuung gearbeitet. Im Gruppentraining müssen viele Kompromisse gemacht werden. Das Mattenprogramm muss den jeweiligen Bedürfnissen und Zielgruppen angepasst werden. Selbstverständlich werden immer wieder aktuelle sportwissenschaftliche Erkenntnisse integriert, ohne dabei jedoch die Methode in ihren eigentlichen Fundamenten zu verändern.

Die klassische Pilatesmethode richtet sich vor allem an gesunde, sportliche Menschen. Für andere Zielgruppen - wie beispielsweise Nichtsportler, Verletzte und gesundheitlich eingeschränkte Personen - können die Übungen modifiziert werden. Hierzu ist es sinnvoll, dass der Pilates Trainer eine zusätzliche therapeutische Ausbildung hat

Ziele der Pilatesmethode

Ziel von Pilates ist es, ein systematisches Training des gesamten Körpers durch Übungen zur Kräftigung und Dehnung sowie Atemübungen zu ermöglichen. Kräftigung und Kontrolle des Körperzentrums stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie die Verbindung von Körper und Geist durch die bewusste Konzentration auf den Körper und die Atmung. Dies wird unter anderem durch das Erlernen und vor allem die Anwendung des Powerhouses erreicht. Durch all dies wird die Selbstwahrnehmung und das Körpergefühls gesteigert.

Im Pilates liegt der Fokus des Trainings in der Regel auf der Verbesserung der Kraftausdauer, der Grundlagenausdauer, der Koordination und der Beweglichkeit.

Die Pilates-Prinzipien

Es gibt 6 Pilates-Prinzipien:

  1. Zentrierung
  2. Atmung
  3. Kontrolle
  4. Konzentration / Aufmerksamkeit
  5. Bewegungspräzision
  6. Bewegungsfluss

J. H. Pilates betont, dass die Kontrolle von Geist und Körper das Wesentliche seiner Trainingsmethode ist. Daher ist es beim Pilates bedeutsam, stets konzentriert auf die Übung zu sein, die man gerade durchführt. Außerdem sollte man diszipliniert sein und regelmäßig trainieren. Ein Erfolg stellt sich oft erst nach längerer Trainingszeit ein - daher sollte man nicht zu früh aufgeben.

Belastungsnormative beim Pilates

Die Belastungsintensität ist im Pilates sehr unterschiedlich und variiert von sehr niedrig für Anfänger oder Teilnehmer mit Bewegungseinschränkungen, bis sehr hoch für fortgeschrittene, sehr fitte Teilnehmer.

Der Belastungsumfang variiert stark nach Könnensstufe. Einsteiger absolvieren 8-12 Übungen und die Mittelstufe 12 bis 20 Übungen. Die Übungen werden nur so oft wiederholt, wie sie korrekt ausgeführt werden können. Maximal 4 bis 10 Wiederholungen einer bestimmten Übung sind sinnvoll.

Die Belastungshäufigkeit sollte nach Möglichkeit 2 bis 4 Mal pro Woche sein. Aber es gilt natürlich, dass einmal besser als keinmal ist.

Die Belastungsdauer ist festgelegt durch die Dauer der Pilatesstunde, deren Umfang in der Regel 60 Minuten beträgt. Je nach Könnensstufe kann der Fokus verstärkt auf die vorbereitenden Übungen oder auf die Zielübungen gelegt werden.

Die Belastungsdichte ist definiert durch das Credo: „So wenig Pausen wie möglich, so viele wie nötig.“ Die Übergänge zwischen den Übungen sollten fließend sein.

Die Gestaltung der Belastungsnormative bestimmt die physiologischen Anpassungsprozesse und ist ein sehr wichtiges Element im Pilates!

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