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Ernährungsberater Gehalt

Was verdient ein Ernährungsberater?

Die Frage, wie viel man als Ernährungsberater verdienen kann, ist nicht einfach zu beantworten. Die Unterschiede zwischen einem angestellten und einem selbständigen Ernährungsberater sind hier ebenso zu bedenken, wie die regionalen Unterschiede, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie die Unterschiede in der eventuellen Firmengröße, in der der Angestellte arbeitet. Große Unterschiede bringt auch die Ausbildung des Ernährungsberaters mit sich: So kann ein studierter Ernährungswissenschaftler unter Umständen ein höheres Gehalt erzielen, als eine Person, die nicht studiert hat.

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Das durchschnittliche Gehalt eines Ernährungsberaters

Um nun aber doch ein paar Zahlen zu nennen, haben wir nach einiger Recherche in unterschiedlichen Quellen folgende Gehälter gefunden: Laut der von der Arbeitsagentur empfohlenen Seite www.lohnspiegel.de beläuft sich das durchschnittliche Gehalt eines Ernährungsberaters auf 2275 Euro, wobei das Gefälle zwischen Ost und West relativ groß ist (2496 € West, 1735 € Ost).

Viele Ernährungsberater wollen jedoch am liebsten selbständig arbeiten. Die Frage ist dann natürlich, wieviel die späteren Kunden für eine Stunde Beratung bezahlen müssen, sodass der Selbständige über die Runden kommt und seine Selbständigkeit sich über kurz oder lang auch trägt.

Beispielrechnung: Stundensatz eines Ernährungsberaters

Wir wollen versuchen den ungefähren Stundensatz eines selbständigen Ernährungsberaters zu ermitteln, indem wir hier einmal eine kleine Beispielrechnung aufstellen:

  1. Um den Stundensatz zu berechnen, sollte man als ungefähre Grundlage das durchschnittliche Einkommen eines Angestellten zugrunde legen. In unserem Fall wären das also die von lohnspiegel.de vorgeschlagenen 2275 Euro.

  1. Auf dieses Grundgehalt muss ein Selbständiger den Arbeitgeberanteil zur Kranken– und Pflegeversicherung draufrechnen, den er nun ja selbst bezahlen muss. Dieser beläuft sich in unserem Beispiel auf 19,325 Prozent bzw. 439 Euro.

  1. Als Selbständiger muss man auch bedenken, dass nicht 365 Tage im Jahr gearbeitet werden kann. Somit müssen Wochenenden, Feiertage, Urlaub und Krankheit berücksichtigt werden. Wir nehmen an, dass im Schnitt somit 18 Arbeitstage pro Monat übrig bleiben:
    365 Kalendertage – 104 Tage Wochenende – 10 Feiertage (am Beispiel Baden-Württemberg, 2018) – 30 Tage Urlaub – 5 Tage Krankheit – 5 Tage Weiterbildung = 211 Arbeitstage pro Jahr = gerundete 18 Arbeitstage pro Monat

  1. Als nächstes muss ein Selbständiger die monatlichen Fixkosten in seinen Lohn einberechnen. Diese sind seine persönlichen Kosten für Miete, Heizung, Strom, Telefon- und Internetkosten, Versicherungen, Büroausstattung und -material, Kosten für die Fortbildungen usw…Wir nehmen hier 1500 Euro an und kommen auf eine Zwischensumme von 4214 Euro.
    2275 + 439 + 1500 = 4214 Euro

  1. Außerdem muss bedacht werden, dass nicht jede Arbeitsstunde eine Stunde ist, in der Kunden beraten werden, sondern dass auch ein größerer Anteil der Arbeitszeit auf den Vertrieb, die Kundengewinnung sowie auf die Verwaltung entfällt. Dieser Anteil variiert und ist sicherlich zu Beginn einer Selbständigkeit höher. Im Durchschnitt gehen wir hier von zwei Dritteln Arbeit mit Kunden zu einem Drittel Arbeit für die Verwaltung aus. Die Arbeitstage pro Monat verändern sich somit von etwa 18 Tagen pro Monat auf 12 effektive Arbeitstage mit Kunden.

  1. Zu guter Letzt sollte ein wichtiger Aspekt in der Berechnung zum Stundensatz nicht vergessen werden: der Gewinn. Nur durch Gewinn können Rücklagen gebildet werden. Diese sind immens wichtig, damit in Zeiten der Auftragsflaute nicht gleich Probleme mit der Liquidität entstehen. Man sollte einen Gewinn von 15 Prozent in die Berechnung einbeziehen.

Unsere endgültige Berechnung lautet also:

4214 € geteilt durch 12 Arbeitstage pro Monat ergibt einen Tagessatz von 351,17 €. Dieser soll nun noch 15 Prozent Gewinn enthalten. Diese 15 Prozent Gewinn müssen wir allerdings von den Einnahmen bzw. vom Umsatz berechnen, nicht von den Kosten. Der Tagessatz muss nun also durch 0,85 dividiert werden, damit die Rechnung stimmt und der Gewinn enthalten ist:

4214 : 12 Arbeitstage : 0,85 = 413,14 € Tagessatz

4214 : 12 Arbeitstage : 8 Stunden : 0,85 = 51,64 € Stundensatz

Unsere hier durchgeführte Berechnung beruht auf der Annahme, dass ein Ernährungsberater laut lohnspiegel.de 2275 € verdient. Geht man jedoch vom durchschnittlichen Bruttogehalt im Dienstleistungsbereich Gesundheits- und Sozialwesen laut dem statistischen Bundesamt DESTATIS aus, so müssten 3794 Euro für eine Vollzeitbeschäftigung angesetzt werden. Der Stundensatz würde sich somit nur durch diese eine Änderung auf etwa 73 Euro erhöhen. Würde man nun zusätzlich anstatt der hier angenommenen monatlichen Fixkosten von 1500 Euro einen höheren Wert von 2000 € annehmen (was unseres Erachtens nach auch realistischer wäre) so käme man schnell auf einen Stundensatz von 80 €.

Was heißt das für Dich?

Anhand unserer Beispielrechnung siehst du, dass die Frage nach dem Stundensatz nur individuell zu beantworten ist. Du solltest auf alle Fälle eine auf deine persönliche Situation bezogene Rechnung aufstellen, bevor du als selbständiger Ernährungsberater durchstartest. Und bedenke dabei immer, dass es auf Dauer nichts bringt, durch einen niedrigen Stundensatz bessere Preise anbieten zu können als die Konkurrenz, um dadurch mehr Kunden abgreifen zu können. Wenn du am Ende des Monats deine Rechnungen trotz vieler Kunden und somit auch großer Arbeitslast nicht bezahlen kannst, wird deine Motivation schnell sinken und dein Unternehmen könnte scheitern. Wenn du gute Arbeit lieferst, weil du motiviert bist, werden es deine Kunden dir danken und dein Geschäft wird florieren. Verkaufe dich nicht unter Wert – das führt auf Dauer leider nicht zu Erfolg!

Als angestellter Ernährungsberater solltest du eine ähnliche Rechnung aufstellen und nach einer Stelle suchen, die deine Kosten deckt und dich in die Lage versetzt, dein Leben zu finanzieren. Auch als Angestellter, der Vollzeit arbeitet, solltest du immer wissen, was deine Einnahmen und Ausgaben sind und wie viel Geld du wofür ausgeben kannst.

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