Primärprävention nach §20 SGB V

Infos zum Zertifizierungsverfahren von Präventionskursen
bei der Zentralen Prüfstelle für Prävention

Primärprävention nach Paragraph 20 SGB 5

INFORMATIONEN ZUM THEMA PRÄVENTION

Auf dieser Seite wollen wir Ihnen möglichst kompakt einen Überblick über die Zentrale Prüfstelle für Prävention sowie den Leitfaden Prävention liefern und Ihnen mit Praxisbeispielen bei Ihrem Antrag auf Zertifizierung Ihrer Kurse helfen. Weitere Informationen sowie Hilfe zu Ihrer Zertifizierung finden sie auf der Seite der Zentralen Prüfstelle für Prävention: www.zentrale-pruefstelle-praeventioan.de

LEITFADEN PRÄVENTION

Die gesetzlichen Krankenkassen haben sich zum Ziel gemacht den Gesundheitszustand Ihrer Versicherten zu verbessern und gesundheitlichen Beeinträchtigungen rechtzeitig wirksam zu begegnen, anstatt diese später kostenintensiv zu kurieren. Dieses Ziel gilt für alle Versicherten - unabhängig von deren sozialer und persönlicher Situation. Die Zielgruppe sind gesunde Versicherte mit Bewegungsmangel, jedoch ohne behandlungsbedürftige Erkrankungen.

Hierzu steht seit dem Jahr 2000 durch den Gesetzgeber gemäß §20 SGB V jedem Versicherten ein Zuschuss zu primärpräventiven Leistungen zu. Die Kriterien zur Vergabe dieser Leistungen sind im aktuellen Leitfaden Prävention (Stand 2014) des GKV-Spitzenverband geregelt.

Den aktuellen Präventionsleitfaden finden Sie hier.

ZENTRALE PRÜFSTELLE FÜR PRÄVENTION

Die Zentrale Prüfstelle für Prävention wurde von der Kooperationsgemeinschaft der Krankenkassen ins Leben gerufen. Ihre Aufgabe ist die Prüfung und Zertifizierung von Präventionskursen nach §20 Abs. 1 SGB V.

Das Prüfsiegel „Deutscher Standard Prävention“ zur Zertifizierung von Präventionskursen wird seither ausschließlich von der Zentralen Prüfstelle für Prävention vergeben und ist grundsätzlich von allen beteiligten Krankenkassen akzeptiert. Die Prüfung erfolgt nach dem aktuellen Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes.

VORTEILE

  • Der Aufwand für Kursanbieter sinkt deutlich
  • Nur noch eine Prüfung für die beteiligten Krankenkassen nötig
  • Gemeinsame Kursdatenbank auf die alle Kassenpatienten/-mitglieder zugreifen können
  • Bundeseinheitliche Prüfkriterien und somit einheitliche Prüfergebnisse, welche von allen Krankenkassen der Kooperationsgemeinschaft grundsätzlich anerkannt werden

DIESE ANGEBOTE KÖNNEN ZERTIFIZIERT WERDEN

Kurse der Primärprävention können aus den vier Handlungsfeldern zertifiziert werden. Für jedes Handlungsfeld wurden zwei Präventionsziele definiert. Die Nachfolgende Grafik soll einen Überblick verschaffen:

Handlungsfelder der Primärprävention nach dem Leitfaden Prävention
Abb.: Handlungsfelder der Primärprävention nach dem Leitfaden Prävention, Stand 2010

DIESE ANGEBOTE KÖNNEN NICHT ZERTIFIZIERT WERDEN

  • Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung
  • Leistungen der Lebenswelten (z.B. Kindergärten, Schulen)

VORAUSSETZUNGEN

Um die Qualität des Angebots zu sichern, können sich nur Kursleiter mit einer entsprechenden Grundausbildung zertifizieren lassen. Der Leitfaden Prävention gibt Auskunft darüber, welche Grundausbildungen für die verschiedenen Maßnahmen/Zusatzqualifikationen vorausgesetzt werden (siehe Tabelle).

Zusätzlich zum staatlich anerkannten Berufs- oder Studienabschluss wird eine entsprechende Zusatzqualifikation in dem jeweiligen Gebiet vorausgesetzt.

Übersicht über die zur Zertifizierung zugelassenen Grundausbildungen der Handlungsfelder Bewegung und Stressbewältigung
Tab.: Übersicht über die zur Zertifizierung zugelassenen Grundausbildungen der Handlungsfelder Bewegung und Stressbewältigung/Entspannung

WAS KANN ZERTIFIZIERT WERDEN

Zertifiziert werden können ausschließlich zeitlich abgeschlossene und konkret definierte Maßnahmen mit einem festgelegten Kursleiter. Die ZPP zertifiziert lediglich Maßnahmen, jedoch keine Kursleiter, Unternehmen oder Ausbildungsanbieter.

Beispiel

Kursleiter A (Sportwissenschaftler, Zertifizierter Nordic-Walking Kursleiter) will folgende Ausbildungen anbieten:

  1. Mittwoch: Nordic-Walking-Lauftreff
  2. Dienstag : Nordic-Walking-Kurs für Hausfrauen über 10 Wochen
  3. Donnerstags: Nordic-Walking-Kurs für Schichtarbeiter über 10 Wochen


Kurs 1): Dieser Kurs kann nicht bei der ZPP zertifiziert werden, da es sich dabei nicht um eine abgeschlossene Maßnahme handelt, sondern dies ein Angebot des allgemeinen Freizeit- und Breitensports ist. Angebote dieser Art werden nicht zertifiziert.

Kurs 2) und 3): Beide Kurse können zertifiziert werden. Zu beachten ist, dass für jeden der beiden Kurse eine eigene Zertifizierung erfolgen muss. Da sich um unterschiedliche Kurse handelt muss auch der Kursaufbau und Kursablauf inhaltlich darauf abgestimmt werden (z.B. unterschiedliche Stundenbilder, unterschiedliche Methodik).

Empfehlungen für die Kursgestaltung

  • Teilnehmeranzahl (es sollten höchstens 12 - 15 Teilnehmer sein)
  • Zielgruppenhomogenität: Die Kursteilnehmer/innen gehören der ausge­wiesenen Zielgruppe an
  • Kontraindikationen: Kontraindikationen sind auszuschließen
  • Umfang des Kurse (8- 12 Einheiten)
  • Dauer (45 – 90 Minuten)
  • Häufigkeit der Kurse (1 bis 2x wöchentlich)

Achtung, nicht förderungswürdig sind:

  • Nichtzugehörigkeit des Angebotes zu einem der 4 Handlungsfelder (Bewegung, Entspannung, Ernährung, Suchtmittelkonsum)
  • Angebote des allgemeinen Freizeit- und Breitensports
  • Maßnahmen, die vorwiegend dem Erlernen einer Sportart dienen
  • Reine oder überwiegend gerätegestützte Angebote
  • Angebote, die an die Nutzung von Geräten bestimmter Firmen gebunden sind
  • Dauerangebote
  • Angebote für Kinder unter sechs Jahren (nur über den Setting-Ansatz)

SO FUNKTIONIERT DIE ZERTIFIZIERUNG

Für eine Zertifizierung ist bei der ZPP folgendes einzureichen:

  • Nachweis der Grundqualifikation (z.B. Abschlusszeugnis Studium)
  • Nachweis der Zusatzqualifikation (z.B. Zertifikat Aquafitnesstrainer)
  • Kurskonzept (Konzeption mit Angabe von: Zielgruppe, Zielen, Inhalten, Methoden; organisatorische Aspekte: Stunden- und Teilnehmerzahl, Termine, Kosten usw.)
  • Stundenbilder aller Unterrichtseinheiten (9 Kurstage à 9 Stundenbilder)
  • Unterlagen für die Teilnehmer sowie
  • vorliegende Medien, welche die Nachhaltigkeit des Programms sichern sollen (Kursleitermanual, Teilnehmermaterial, Hausaufgaben)

Beispielhafte Kurskonzepte und Stundenbilder erhalten Sie mit den Kursunterlagen in unseren Ausbildungen, die den Vorgaben gemäß §20 SGB V entsprechen.

Nachfolgend haben wir ein Video für Sie erstellt, in dem die Anmeldung eines Kurses bei der Zentralen Prüfstelle Prävention erklärt wird.

Sollte das Video nicht korrekt abgespielt werden, können Sie es auch auf Youtube direkt ansehen.

Unsere empfohlenen Ausbildungen

Aquafitness Trainer

2 Tage

229 €

Wirbelsäulengymnastik Trainer

2 Tage

199 €

Nordic Walking Trainer

2 Tage

199 €

Progressive Muskelentspannung

4 Tage

339 €

Autogenes Training

4 Tage

339 €