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Sport nach Bandscheibenvorfall – geht das?

Mann mit Bandscheibenvorfall

Etwa 60-80% der Bevölkerung haben früher oder später einmal mit Rückenbeschwerden zu kämpfen. Häufig klingen diese nach wenigen Tagen ab. Manchmal hat man sich aber auch einen dauerhaften Schaden in Form eines Bandscheibenvorfalls zugezogen.

In diesem Artikel erfahren Sie was ein Bandscheibenvorfall ist und was Sie hinsichtlich Bewegung und Sport beachten sollten.

Anatomie der Wirbelsäule und Pathophysiologie des Bandscheibenvorfalls

Die Wirbelsäule besteht aus 7 Hals-, 12 Brust- und 5 Lendenwirbeln. An den Lendenbereich angeschlossen liegt das Kreuzbein, welches aus 5 verwachsenen Wirbeln besteht. Dem Kreuzbein folgt das Steißbein. Dieses besteht aus 4-5 Steißwirbeln, welche auch miteinander verwachsen sind. Die Bandscheiben liegen zwischen den Wirbeln. Sie trennen die Wirbel und dienen als Puffer, damit die Knochen nicht aneinander reiben. Da die Bandscheiben kein eigenes Blutversorgungssystem haben, sind sie auf wechselnde Be- und Entlastung angewiesen, damit sie sich „ernähren" können. Man kann sich die Bandscheibe als Schwamm vorstellen, der sich bei Druck auspresst und bei Entlastung vollsaugt. Aus diesem Grund ist Bewegung elementar für den Erhalt von gesunden Bandscheiben.

Die Bandscheibe ist von einem Faserring umgeben. In ihm ist ein gallertartiger Kern eingelagert. Durch Vorschädigungen und falsche Bewegung, kann das Verschieben bzw. das Austreten des gallertartigen Kernes zu Problemen führen.

Bandscheibenschäden lassen sich in zwei Kategorien unterscheiden

Bandscheibenvorwölbung (Protrusion)

Der Kern kann über Bewegung im Faserring verschoben werden. So entsteht beispielsweise beim Heben mit vorgebeugtem Oberkörper Druck auf die Vorderfläche der Bandscheibe. Der Kern wird dann nach hinten geschoben. Bei einem durch Risse geschwächtem Faserring entstehen dann Schmerzen, da der Kern auf die Nerven drücken kann.

Bandscheibenvorfall (Prolaps)

Bei dem Bandscheibenvorfall tritt der gallertartige Kern aus dem Faserring aus. Einzelne Nerven können dann vollständig eingeklemmt werden. Der Kern kann aber bei Entlastung wieder in seine Ausgangssituation zurücktreten. Die meisten Bandscheibenvorfälle treten zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel aus.

Stadien eines Banscheibenvorfalls

Sport bei Bandscheibenvorfall

Aufgrund starker Schmerzen ist zu Beginn nicht an Sport zu denken. Die Beschwerden lassen sich in ein 3-Phasen-Konzept einteilen:

Phase I: akute Rückenschmerzen, Bewegung ist nur unter Schmerzen möglich

Phase II: hin und wieder Rückenschmerzen, Schmerzen treten nur bei bestimmten Bewegungen auf

Phase III: Schmerzen treten nur noch selten auf

In Phase I, also der Akutphase, steht die Schmerzlinderung im Vordergrund. Eine Sportpause legen die Betroffenen meist eh freiwillig ein. Dennoch sollte man sich, so weit wie es möglich ist, bewegen.

In Phase II sind das Ziel die Stabilisierung der Wirbelsäule und das „Abtrainieren“ von pathologischen Bewegungsmustern. Maßnahmen dafür sind das Anbahnen der wirbelsäulenumgebenden Muskulatur und die Kräftigung der Bauchmuskulatur.

Phase III zielt auf die Kräftigung der Muskulatur und die Verbesserung der intramuskulären Koordination ab. Zudem sollte eine Haltungsschulung durchgeführt werden. Hier steht ein breites Portfolio an Übungen zur Verfügung.

Anschließend steht der Ausübung des Hobbys nichts mehr im Wege. Allerdings sollten neu erlernte Bewegungsmuster stets übernommen und beachtet werden sowie auch ein regelmäßiges Training für den Rumpf. Eine Verletzung der Bandscheibe ist also nicht das Ende des aktiven Sports.

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