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Weshalb wird man vom Essen müde?

Müde nach dem Essen

Nach dem Essen ist man oft müde und hat Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Die Ursache liegt nahe: es muss am Essen liegen. Doch warum reagiert unser Körper mit Abgeschlagenheit auf die Nahrungsaufnahme? Dazu gibt es verschiedene Theorien, die im Folgenden aufgeführt werden.

Theorie 1: Das Gehirn bekommt weniger Sauerstoff

Nach der Nahrungsaufnahme kommt es zur vermehrten Durchblutung des Verdauungstraktes, damit dieser effektiv seinen Dienst tun kann. Die dann gerade ablaufenden Prozesse benötigen Energie, damit die Nahrung zerkleinert werden kann und die Nährstoffe herausgefiltert und dem Körper zur Verfügung gestellt werden können.

Deswegen wird der Verdauungstrakt dann stärker durchblutet und der Blutdruck sinkt. Das Gehirn erhält dadurch weniger Sauerstoff, was zu verminderter Konzentrationsfähigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit führen kann. Wie sich das Essen auf die Müdigkeit auswirkt hängt davon ab, wie das Essen zusammengestellt ist. Um eine Schweinshaxe zu verdauen, bedarf es mehr Energie als beispielsweise für eine Suppe.

Theorie 2: Orexin macht aus satt müde

Es gibt einen Bereich im Gehirn, den Hypothalamus, in dem Orexin gebildet wird. Die Orexinproduktion ist abhängig von der Nahrungsaufnahme. Hat man gerade etwas gegessen, nimmt die Ausschüttung ab. Ist seit der letzten Mahlzeit schon etwas Zeit verstrichen, nimmt die Ausschüttung wieder zu. Orexin sagt dem Körper also, dass er Hunger hat.

Bei Hunger wird der Stoff ausgeschüttet und sorgt für Aufmerksamkeit und Wachheit. Nach dem Essen wird der Botenstoff gehemmt, die Müdigkeit setzt ein. Der Botenstoff ist ein Relikt aus der Evolution. Da die Nahrungsbeschaffung anstrengend war, war es notwendig aufmerksam und wach für die Jagd zu sein. Anschließend war Zeit zum Erholen, bis man wieder hungrig wurde.

Theorie 3: Serotonin sorgt für Müdigkeit

Lebensmittel wie Eier, Fleisch, Hülsenfrüchte und Käse enthalten eine Menge Tryptophan. Diese Aminosäure sorgt für die Produktion von Serotonin, welches uns einerseits als Glückshormon bekannt ist, aber andererseits auch schlaffördernd wirkt. Aus diesem Grund kann die Nahrungsaufnahme von den oben genannten Lebensmitteln zu Müdigkeit, Motivationsschwäche und Konzentrationsschwäche führen.

Theorie 4: Insulin ist für die Müdigkeit verantwortlich

Kohlenhydrate bestehen aus Zucker, welcher uns als Kraftstoff für alle Prozesse im Körper dient. Nimmt man Zucker zu sich, steigt die Produktion von Insulin an, um den vorher angestiegenen Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Nimmt man nun kohlenhydratreiche Nahrung zu sich, produziert die Bauchspeicheldrüse dementsprechend mehr Insulin.

Die vermehrte Produktion kann so stark sein, dass es zu einer relativen Unterzuckerung kommt. Das Gehirn ist aber auch auf den Zucker im Blut angewiesen, damit es richtig arbeiten kann. Die leichte Unterzuckerung führt zur Leistungseinschränkung des Gehirns, was Symptome wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit begünstigt.

Welche Theorie stimmt nun?

Es kann noch nicht abschließend gesagt werden, welche Theorie nun die richtige ist. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass es ein Zusammenspiel der Theorien ist, welches für die Müdigkeit nach der Essensaufnahme verantwortlich ist.

Was kann man gegen die Müdigkeit nach dem Essen tun?

Damit Sie nach dem Essen nicht in ein „Fresskoma" fallen, sollten sie einige Punkte beachten, um der Müdigkeit vorzubeugen:

  • Langsam essen
  • Nicht zu viel Nahrung auf einmal – lieber mehrere kleine Mahlzeiten
  • Frische Luft
  • Ausreichend Schlaf, dann ist der Körper sowieso leistungsfähiger
  • Moderate Bewegung nach dem Essen

„Nach dem Essen sollst du ruhen oder tausend Schritte tun“ – Diese Weisheit hat auch heute noch Gültigkeit und sollte zur Vermeidung von zu großer Müdigkeit möglichst beherzigt werden.

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