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Warum schnarchen manche Leute?

Frau kann nicht schlafen weil Partner scharcht

Dieses Geräusch, welches ebenso nervig wie störend ist: Das Schnarchen! Ist man selbst der Übeltäter, stört es einen meist wenig, da man sich ja selber nicht schnarchen hört. Für den Partner kann das allerdings zur absoluten Geduldsprobe werden. Wenn Ohrenstöpsel dann auch nicht mehr helfen, flüchtet der Bettnachbar nicht selten auf die Couch. Schön ist anders! – also warum schnarchen manche Leute überhaupt?

Beim Schnarchen handelt es sich prinzipiell, so vermuten Forscher, um ein Überbleibsel der Evolution. Früher wurden Raubtiere durch die lauten Geräusche vertrieben. Das Schnarchen stellte also das Überleben während der Ruhezeiten sicher. Leider braucht es sehr viel Zeit, bis sich Änderungen an solchen evolutionsbedingten Eigenschaften einstellen. Noch heute ist Schnarchen ein Erinnerungsstück der Evolution, bei dem vor allem Männer „den Ton angeben“.

Wie entsteht Schnarchen?

Dass das typische Schnarchgeräusch überhaupt entstehen kann, hat mehrere Gründe: Beim Einatmen wird die Luft zügig durch die Atemwege geleitet. Ist dieser Weg, z.B. durch zu große Polypen, verengt, kommt es zum typischen Knattergeräusch. Die Luft kann nicht ungehindert durch die oberen Atemwege zur Lunge strömen. Es gibt aber noch weitere Gründe, die das Schnarchen begünstigen, welche man in endogene und exogene Faktoren unterteilen kann:

Faktoren, die das Schnarchen begünstigen können

Exogene Faktoren

Alkoholkonsum
Alkohol hat eine hemmende Wirkung auf den Spannungszustand der Muskulatur. Durch den Konsum von Alkohol (und besonders, wenn dies zeitnah vor dem Schlafen geschieht) ist die Atemmuskulatur so schlaff, dass die Luft sie nicht glatt passiert, sondern das Gewebe in Schwingungen versetzt.

Schlafmittel, beruhigende / muskelentspannende Medikamente
Diese Mittel sorgen für einen Spannungsverlust der Atemmuskulatur. Sie begünstigen dadurch auch das Entstehen der Schnarchgeräusche.

Allergien
Ein Symptom einer allergischen Reaktion kann das Anschwellen der Atemwege sein. Im Falle einer allergischen Reaktion können als Folge die Atemwege verengt werden, was wiederum zu einer Irritation der Luftströmung führt.

Endogene Faktoren

Nasenscheidewand
Ist diese krumm (durch eine vorhergegangene Fraktur oder auch angeboren), kann die Luft an ihr nicht optimal aerodynamisch vorbeigleiten. Die Oberfläche begünstigt daher die Geräuschentwicklung.

Vergrößerte Polypen
Sie verkleinern den Durchmesser eines Areals der Atemwege und sorgen so für einen Engpass. Der kleinere Durchmesser führt dann zur Entwicklung der Schnarchgeräusche.

Übergewicht
Die Zunahme an Körpermasse verengt die Atemwege und begünstigt so das Schnarchen.

Alterungsprozesse
Mit zunehmendem Alter nimmt die Kraft und Elastizität der Muskulatur ab. Auch die Atemmuskulatur ist davon betroffen. Durch den geringeren Spannungszustand der Muskulatur ist die Oberfläche der Atemwege nicht mehr plan. Die vorbeiziehende Luft knattert durch die Atemwege.

Gaumensegel
Was zudem das Schnarchen begünstigt, ist das Gaumensegel. Wenn die Muskulatur zu weich ist, flattert das Gaumensegel durch die Ein- und Ausatmung.

Fehlstellung von Unter- oder Oberkiefer
Diese Fehlstellungen führen zu einer generellen Veränderung der Atemwegskonstruktion und bedingen dadurch die Entstehung von Schnarchgeräuschen.

All dies lässt sich somit auf eine Ursache zurückführen: Schnarchen entsteht durch erhöhte Atemwegswiderstände.

Literatur

Poets, C. F. & M. S. Urschitz (2004). Schlafbezogene Atemregulationsstörungen. In: Zach (Hrsg.) et al. Pädiatrische Pneumologie. 2. Aufl. S. 999 f. Berlin: Springer.

Pohl, E. (2015). Schluss mit schnarchen! Die besten Tipps für eine ruhige Nacht. München: Open Publishing Rights GmbH.

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