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Work Life Balance: Definition und Maßnahmen

Lächelnder junger Vater telefoniert und arbeitet am Laptop, während seine zwei Kinder neben ihm seine Aufmerksamkeit verlangen.

Frühstück für die Familie, Kreativität bei der Arbeit, seelischer Beistand für die beste Freundin, beim Training Vollgas geben und zu Hause wartet deine bessere Hälfte, um kostbare Zeit zu zweit zu verbringen…

Wie ausgeglichen bist du? Wie meisterst du eine Balance zwischen Freizeitspaß und fokussierter Arbeit? Zwischen Familie und Freunden auf der einen, Fokus und Fortschritt auf der anderen Seite? Du selbst solltest dabei auch nicht zu kurz kommen.

Definition: Was ist Work Life Balance?

Der aus dem Englischen stammende Begriff Work Life Balance beschreibt das Gefühl oder den Idealzustand, in dem das Arbeits- und Privatleben miteinander im Einklang stehen. Wortwörtlich geht es jedoch eher darum, den Balanceakt zwischen Arbeit und Leben zu meistern, um beiden Bereichen gleichermaßen gerecht zu werden.

Work Life Balance ist nicht gleich Gleichgewicht

Darin verbirgt sich jedoch schon die eigentliche Problematik, denn allein die gesellschaftlichen Strukturen, die meist Arbeitsmodelle mit einer Fünf-Tage-Arbeitswoche vorsehen, lassen erahnen, dass diese Rechnung nicht wirklich aufgehen kann. Wer den Begriff Balance strikt mit Gleichgewicht gleichsetzt, wird demnach kaum zu einer vollkommenen Work Life Balance finden. Vielmehr geht es dabei darum, die verschiedenen Lebensbereiche so zu „balancieren“, dass sie sich gegenseitig nicht behindern, sondern möglichst unterstützen oder ausgleichen.

„Work“ und „Life“ sind keine separaten Bereiche

All das ist Ansichtssache: Es gibt Menschen, die in ihrem Beruf die absolute Erfüllung finden. Die Erwerbstätigkeit mancher Personen ist auch unmittelbar mit ihrem Privatleben verknüpft, sodass eine scharfe Trennung der beiden Bereiche gar nicht möglich ist. Auch das Home-Office lässt nicht nur die räumlichen Grenzen zwischen Arbeit und Privatem zunehmend verschwimmen. Ebenso gibt es im Privaten verschiedene Kategorien, die ineinander verschwimmen. Das Leben ist vielschichtig und ein fortlaufender Fluss unterschiedlicher Teilbereiche, die es zu vereinbaren gilt.

Relevanz der Work Life Balance

Der bekannte österreichische Arzt und Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freund konstatierte schon früh, dass Menschen von Natur aus unausgeglichen sind. Spüren können wir das als eine Art innere Unruhe, die uns stets antreibt und für neuen Schwung und vor allem für neue Motivation sorgt. Unausgeglichenheit ist also nicht per se schlecht, sondern vielmehr ein Katalysator, eine innere Balance herzustellen. Das betrifft sämtliche Lebensbereiche, von deinen Hobbys über deinen Job bis hin zu deinen sozialen Aktivitäten mit Freunden oder Familie.

In jedem Bereich kann das Gefühl der inneren Unruhe überhandnehmen: Machst du häufig Überstunden und verwendest all deine Energie auf den Beruf, dann vernachlässigst du damit sicherlich deine Gesundheit und deinen Körper, wodurch du schnell merkst, dass deine Leistungsfähigkeit rapide abnimmt. Nicht nur im beruflichen, sondern auch im Privatleben wirst du dadurch antriebs- und kraftlos und schaffst es kaum, außerhalb der Arbeitsstelle noch genügend Power für anderes aufzubringen. Darunter leiden auch deine sozialen Beziehungen, deine Psyche und – wie bereits erwähnt – deine physische Gesundheit.

Deine Kraft ist eine Ressource, die du demnach gut nutzen solltest, um nicht plötzlich in eine ungewollte Abwärtsspirale abzudriften, die nicht selten im Burn-Out endet. Dementsprechend wichtig ist es, für sich selbst herauszufinden, wo ein solche Unruhe oder ein solches Ungleichgewicht herrscht, und an welchen Stellschrauben gedreht werden kann, um ein ausgewogenes Lebensgefühl zu erreichen.

Junge Frau sitzt im Schneidersitz auf Schreibtisch im Büro und meditiert. Laptop und Kaffee stehen neben ihr.

Im Einklang mit dir: Wo stehst du, wo willst du hin?

Was macht mich glücklich? – Die Antwort auf die Frage des eigenen Glücks ändert sich im Laufe des Lebens häufig, weshalb es sich lohnt, sich diese immer wieder aufs Neue zu stellen. Natürlich erlauben es gewisse Lebensphasen mal mehr und mal weniger mit bestimmten Umständen oder Rahmenbedingungen glücklich zu sein. Dennoch bist du deines eigenen Glückes Schmied und hast die Wahl, wie du die Dinge wahrnimmst und was du aus deiner Lebenssituation machst.

Dabei gibt es drei maßgebliche Faktoren, die deinen Weg zum Glück beeinflussen und anhand deren du dein Alltagsmanagement ausrichten kannst.

Energie – was gibt, was raubt dir Kraft?

Um den Weg zu deinem Glück zu gehen, musst du dir jedoch erst darüber klar werden, worin du deinen Ausgleich finden und Zufriedenheit erlangen kannst. Was und wer spendet dir Kraft und welche Tätigkeiten und mitunter auch Personen sind Energieräuber? Die Wege zur inneren Balance sind sehr individuell. Du darfst also herausfinden, was für dich funktioniert!

Zeit – ein limitiertes Gut

Ein Vorgehen kann dabei sein, die verschiedenen Lebensbereiche nach deinen subjektiven und persönlichen Präferenzen zu priorisieren. Anschließend kann beispielsweise der Faktor Zeit auf diese Priorisierung angewendet werden. Werde dir bewusst, wie deine momentane Zeitverteilung aussieht und wie du sie dir eigentlich wünschen würdest. Wahrscheinlich musst du dir eingestehen, dass du einigen Bereichen mehr Zeit widmest als anderen, obwohl das weniger deinen Vorstellungen entspricht. Das mag zunächst nicht zufriedenstellend sein. Dennoch solltest du dem Ganzen eine Chance geben und im nächsten Schritt darüber nachdenken, wie du deine eingesetzte Zeit bisher verbracht hast und wie du sie in Zukunft lieber verbringen möchtest. Oft kommt es nämlich nicht auf die Dauer der Zeitspanne an, sondern auf die Qualität, wie wir diese verbringen. Zeit ist ein sehr kostbares, limitiertes Gut. Deswegen ist Zeitmanagement ein Faktor, der dich deiner Work Life Balance ein Stück näherbringen kann.

Mit diesen zwei Faktoren kannst du bereits abschätzen, wie viel Zeit bestimmte Rollen deines Lebens in Anspruch nehmen und wie viel Energie diese dir verhältnismäßig geben bzw. nehmen.

Der selbstständige Familienvater kann nur 20 % seiner Zeit mit seinen Kindern verbringen; diese Zeit gibt ihm aber 100% Energie. Wenn die Arbeit, die den Großteil seiner Zeit beansprucht, ihm dabei mehr Energie raubt als gibt, wäre darüber nachzudenken, wie er die Familienzeit verlängern und die Arbeitszeit gleichermaßen reduzieren kann oder ob es eine Möglichkeit gibt, mehr Energie aus der Arbeit zu schöpfen.

Dieses Beispiel ist lediglich ein exemplarischer, stark vereinfachter Denkanstoß, deine verschiedenen Lebensbereiche und Energieströme individuell zu bewerten. Auch monetäre, emotionale und physische Entscheidungsfreiräume beeinflussen die Aufteilung deiner Lebensbereiche.

Ziel – die ideale Balance

Eine weitere Möglichkeit, um herauszufinden, wie glücklich und zufrieden du bist, ist die nähere Betrachtung deiner Lebensziele. Für die Erreichung dieser großen Meilensteine kannst du dir deine innere Unruhe zunutze machen. Auf natürliche Art und Weise treibt sie dich wie ein Motor an. Welchen Weg du dabei gehst, musst du allerdings selbst wählen. Um herauszufinden, ob du bereits auf der richtigen Spur bist, kannst du dir die folgenden Fragen stellen:

  • Was willst du wirklich?
  • Womit bist du zufrieden und woran möchtest du arbeiten?
  • Was sind deine übergeordneten Lebensziele? Welche hast du davon schon erreicht?
  • Was sind deine Meilensteine für die nächsten Wochen, Monate und Jahre?
  • Welche Rollen hast du bewusst ausgewählt und welche davon wurden dir durch andere auferlegt?
  • Wo gehst du Kompromisse ein?
Eine Person schreibt auf einen Notizblock GOALS. Der Stift schwebt über dem Block, als folgen gleich die Ziele, um ihre Work Life Balance zu erreichen.

Dynamische Balance deiner Lebensbereiche

Nachdem du dich nun ausführlich mit dem momentanen Ist-Zustand beschäftigt hast, wirst du wahrscheinlich feststellen, dass es hier und da einige Bereiche gibt, von denen du profitieren würdest, würdest du mehr Zeit investieren. Andere Aspekte, die du sehr stark fokussierst, stellen sich dabei als Energiefresser heraus.

Fakt ist, du kannst dein Leben selbst steuern. Natürlich gibt es, beispielsweise als Arbeitnehmer, aber auch als Elternteil, immer Faktoren, von denen du abhängig bist und nach denen du dein eigenes Zeitmanagement zu einem gewissen Teil ausrichten musst.

Trotzdem entscheidest du über die Einteilung deiner Lebenszeit. Du weißt, welche Stressoren dich in positiver Weise motivieren und was bei dir für negativen Stress sorgt. Nun darfst du für dich selbst herausfinden, wie du dein Selbstmanagement optimieren kannst und eine klare Vorstellung davon bekommen, was sich zukünftig wie und warum ändern muss. Es geht jetzt also um den sogenannten „Soll-Zustand“. Auch hier solltest du bei deinen Überlegungen wieder alle Lebensbereiche miteinbeziehen.

Eine Gedankenstütze ist die kategorische Aufteilung der verschiedenen Bereiche, zum Beispiel:

Lebensrad mit unterschiedlichen Kategorien

Eine strikte Trennung der einzelnen Bereiche ist nicht möglich. Das Training im Fitnessstudio kann zum Beispiel dein Hobby sein, zählt aber natürlich auch zur Kategorie „Gesundheit und Fitness“. Beispielsweise kannst du dir vornehmen, künftig dreimal, anstatt nur einmal ins Fitnessstudio zu gehen, weil du weißt, dass dir das Gefühl danach viel Energie gibt und dich nicht nur körperlich, sondern auch psychisch stärkt. Du hättest also eine höhere Zeitinvestition in gleich zwei Kategorien auf einmal, aber dafür auch einen höheren Energieschub.

Lass deinen Gedanken daher freien Lauf, und hör tief in dich hinein, um herauszufinden, was dich wirklich glücklich macht.

Bedenke dabei, dass die innere Balance ein dynamischer Regulationsprozess ist – wie dein gesamter Organismus. In diesem Prozess kommt es immer wieder zu Anpassungen. Wenn du also als ledige Single-Powerfrau für gewöhnlich den Großteil deiner Zeit mit Sport verbracht und daraus unheimlich viel Energie gewonnen hast, kann es sein, dass du als frischgebackene Mama ein paar Jahre später nicht nur eine andere Aufteilung deiner Zeit, sondern auch inhaltlich andere Kategorien hast. Das heißt nicht, dass du den Sport streichen sollst oder musst, sondern einfach, dass du dein Selbstmanagement neu austarieren darfst.

Mit welchen Maßnahmen verbesserst du deine Work Life Balance?

Die ersten beiden Schritte sind gemeistert. Du weißt, wo du aktuell stehst und auch, wo du hinwillst. Die Umsetzung aber ist oft eine zusätzliche Hürde. Es gibt eben nicht nur zwei Bereiche, sondern viele verschiedene Kategorien – Karriere, soziale Beziehungen, Selbstverwirklichung, Gesundheit – die zum Teil ineinander verschwimmen und zwischen denen zudem Wechselwirkungen bestehen. Meist sind es die essenziellsten Bereiche, die am schwierigsten zu vereinen sind. Hier gilt es nun, auszubalancieren.

Effizientes Arbeiten

Zunächst kannst du dir überlegen, was in deinem Alltag die größten Zeitfresser sind. Dabei wirst du schnell auf das Thema „Arbeit“ kommen, da sie üblicherweise die meiste Zeit unseres alltäglichen Lebens benötigt. Sicherlich kann nicht jeder ohne Weiteres etwas an dem Arbeitsmodell und festen Arbeitszeiten ändern, jedoch kannst du einige Strategien anwenden, um deine Arbeitszeit effektiver zu nutzen. Suche nach Strukturen und Prozessen, die du optimieren kannst, um deine Ziele schneller zu erreichen und dadurch gegebenenfalls auch früher Erfolge einzufahren.

Wenn du das Gefühl hast, berufliche Erfolge feiern zu können, wirst du automatisch zufriedener sein. Durch eine innere Ausgeglichenheit steigt nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch die Kreativität und Qualität deiner Arbeit. Das effiziente Arbeiten ermöglicht dir außerdem die Reduktion von Überstunden und einen geregelten Feierabend. Diese Faktoren sind meist der größte Zeitfresser im Alltag.

Die auf diese Weise gesparte Zeit kannst du nun in deine persönlichen „Gesundheitsbooster“, deine Energiespender, investieren: zum Beispiel soziale Kontakte, Sport oder andere Freizeitaktivitäten. Im Übrigen kannst du durch Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung auch die Bereiche Gesundheit und Arbeitsleben optimal miteinander kombinieren. Die Überlegung, wie du deinen individuellen Berufsalltag gesünder gestalten kannst, lohnt sich also doppelt!

Freiraum schaffen

Doch oft sind sogar Freunde, Familie, Hobbies und Zeit für sich selbst kaum unter einen Hut zu bringen. Der scherzhaft genutzte Begriff „Freizeitstress“ ist Realität.

Doch auch hier kannst du eventuelle Zeitfresser eliminieren: Langes Surfen im Internet oder auf den verschiedenen sozialen Netzwerken sind meist die größten Störfaktoren. Vielleicht verlierst du dich aber auch in anderen Tätigkeiten, die dir effektiv lediglich Energie und Zeit rauben. Reflektiere also deine Verhaltensweisen und passe deine Gewohnheiten entsprechend an, zum Beispiel, indem du dein Mobilgerät zur Seite legst und dich auf den gegenwärtigen Moment fokussierst. Kleine Pausen der Achtsamkeit im Alltag können unheimlich viel Kraft spenden und dich aus dem täglichen Hamsterrad holen. Konzentriere dich nur auf dich. Langfristig tragen solche Auszeiten ebenfalls zur Stärkung deiner Resilienz bei.

Auch Struktur und Terminplanung können zu einer Verbesserung deiner Work Life Balance beitragen. Blocke dir bestimmte Zeiten im Kalender für dein persönliches Wohlbefinden. Diese Zeiten kannst du dann für Sport, deine persönliche Weiterbildung oder auch einfach zur Entspannung nutzen. Du kannst auch versuchen, bestimmte Aktivitäten miteinander zu verbinden. Beispielsweise kannst du kleine Erledigungen mit dem Fahrrad bewerkstelligen und so einen Punkt auf deiner To-Do-Liste abhaken und gleichzeitig etwas für dich und deine Zufriedenheit zu tun.

Priorisierung deiner Visionen

Nur du kennst deine Ziele und Prioritäten. Dementsprechend kannst auch nur du abwägen, welche dieser Strategien sich für dich umsetzen lassen. Wichtig ist, dabei immer daran zu denken, was dich glücklich macht und worin du deinen persönlichen Ausgleich und dein individuelles Glück finden kannst. Mit einer möglichst guten Work Life Balance steigerst du in jedem Fall dein Wohlbefinden und deine Lebensqualität. Ein Gleichgewicht ist dabei kein Muss, wie meistens, zählt vielmehr die Balance.

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