Facebook Pixel

Manuelle Muskelfunktionsdiagnostik

Die Sportmedizin beschäftigt sich mit sämtlichen Störungen oder Beschwerden des Bewegungsapparates. Muskelfunktionstests nach dem Arzt Vladimir Janda gehören zu den gängigsten Verfahren der manuellen Muskelfunktionsdiagnostik, die wiederum ein Teilgebiet der Leistungsdiagnostik ausmachen.

Muskelfunktionstest im Rahmen der manuellen Muskelfunktionsdiagnostik

Anwendungsgebiete

In der Muskelfunktionsdiagnostik wird die Kraft bestimmter Muskelgruppen gemessen. Ein Bereich, in dem die Diagnostik Anwendung findet, ist die Orthopädie. Der Test dient lediglich der Bestimmung des momentanen Ist-Zustandes, ist aber sinnvoll, um anschließend gezielt Dysbalancen oder Beschwerden wie Rückenschmerzen zu behandeln.

Hintergrund

Mit der manuellen Muskelfunktionsprüfung wird die Muskelkraft in Bezug zur Schwerkraft beurteilt. Im weiteren Testverlauf gibt der Trainer der Testperson manuellen Widerstand, um das Kraftniveau eines Muskels zu bestimmen (Messung der Muskelkraft in 6 Gruppen: von 0 – 5). Die prozentuale Bewertung ist eine Orientierung. Muskeln werden immer im Seitenvergleich getestet.

Vorteile & Nachteile

Vorteile

  • Einfache, zeitsparende Durchführung
  • Kostengünstiges Untersuchungsverfahren

Nachteile

  • Subjektive Messergebnisse, abhängig von der untersuchenden Person
  • Viel Übung und Erfahrung notwendig

Hinweise zur Durchführung

  • Bei Bewegungen, die durch mehrgelenkige Muskeln ausgeführt werden, muss unbedingt fixiert werden.

  • Je besser und großflächiger eine Extremität abgestützt wird, d. h. je mehr Unterstützungspunkte sie hat, umso zuverlässiger und genauer wird das Ergebnis des Muskelfunktionstests sein.

  • Die Bewegung ist im vollen Ausmaß zu untersuchen.

  • Die Testbewegung darf nicht schwungvoll ausgeführt werden, sondern langsam und gleichmäßig.

  • Widerstand immer gezielt entgegen der Bewegungsrichtung geben.

  • Der Widerstand muss mit stets gleicher und im Verlauf der Bewegung gleichbleibender Kraft ausgeübt werden.

  • Der Widerstand sollte nicht über zwei Gelenke einwirken.

  • Der Orthopäde oder Arzt muss dem Kunden die auszuführende Bewegung genau erklären.

Bewertung der Muskelfunktionsdiagnostik

Nach Janda wird anhand von 6 Stufen eingeteilt:

Stufe 5

N (normal) = Muskeln mit sehr guter Muskelfunktion (100% der Norm), die bei vollkommender Bewegungsfreiheit imstande sind, einen beträchtlichen äußeren Widerstand zu überwinden. Allerdings bedeutet das nicht, dass die Muskeln in allen Funktionen (z. B. Ermüdbarkeit) normal sind.

Stufe 4

G (gut) = 75% der normalen Muskelkraft. Der getestete Muskel schafft die Bewegung im vollen möglichen Ausmaß und ist imstande, einen mittelgroßen äußeren Widerstand zu überwinden.

Stufe 3

F (fair = schwach) = 50% der normalen Muskelkraft. Das bedeutet, dass der Muskel imstande ist, das mögliche Bewegungsausmaß – mit Überwindung der Schwerkraft – auszuführen. Dabei leistet der Untersuchende keinen zusätzlichen muskulären Widerstand.

Stufe 2

P (poor = sehr schwach) = 25% der normalen Muskelkraft. Der Muskel kann eine Bewegung im vollen möglichen Ausmaß ausführen, vermag es aber nicht, einen so geringen Widerstand zu überwinden, wie ihn das Eigengewicht des getesteten Körperteils darstellt.

Stufe 1

T (trace = Spur einer Anspannung) = 10% der normalen Muskelkraft. Bei der Untersuchung spannt sich der Muskel an, seine Kraft reicht allerdings nicht mehr aus, den zu testenden Körperteil zu bewegen.

Stufe 0

Null (zero) . Beim Bewegungsversuch ist nicht die geringste Muskelkontraktion erkennbar.

Literatur

Janda, V. (2000). Manuelle Muskelfunktionsdiagnostik. München: Urban&Fischer Verlag.

Froböse, I., Nellessen, G., Wilke C. (2003): Training in der Therapie: Grundlagen und Praxis. München: Urban & Fischer Verlag.

Personen, die diesen Artikel ansahen, lasen auch:

{title}

{title}

{title}

{title}

Ähnliche Artikel

Fitness-Lexikon

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Erfahren Sie mehr zum Thema Muskel-funktionsdiagnostik in unserer Ausbildung zum Personal Trainer: