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Manuelle Muskelfunktionsdiagnostik

nach Janda

Muskelfunktionstests nach Janda gehören zu den gängigsten Verfahren der manuellen Muskelfunktionsdiagnostik.

Hintergrund

Mit der manuellen Muskelfunktionsprüfung wird die Muskelkraft in Bezug zur Schwerkraft beurteilt. Im weiteren Testverlauf gibt der Trainer manuellen Widerstand, um das Kraftniveau eines Muskels zu bestimmen (Bewertung der Muskelkraft in 6 Gruppen: von 0 – 5). Die prozentuale Bewertung ist eine Orientierung. Muskeln werden immer im Seitenvergleich getestet.

Vorteile & Nachteile

Vorteile

  • Einfache, zeitsparende Durchführung
  • Kostengünstiges Untersuchungsverfahren

Nachteile

  • Subjektive Messergebnisse, abhängig von der untersuchenden Person
  • Viel Übung und Erfahrung notwendig

Hinweise zur Durchführung

  • Bei Bewegungen, die durch mehrgelenkige Muskeln ausgeführt werden, muss unbedingt fixiert werden.

  • Je besser und großflächiger eine Extremität abgestützt wird, d. h. je mehr Unterstützungspunkte sie hat, umso zuverlässiger und genauer wird das Ergebnis des Muskelfunktionstests sein.

  • Die Bewegung ist im vollen Ausmaß zu untersuchen.

  • Die Testbewegung darf nicht schwungvoll ausgeführt werden, sondern langsam und gleichmäßig.

  • Widerstand immer genau entgegen der Bewegungsrichtung geben.

  • Der Widerstand muss mit stets gleicher und im Verlauf der Bewegung gleich bleibender Kraft ausgeübt werden.

  • Der Widerstand sollte nicht über zwei Gelenke einwirken.

  • Die auszuführende Bewegung ist dem Kunden genau zu erklären.

Bewertung der Muskelfunktionsdiagnostik

Nach Janda wird anhand von 6 Stufen eingeteilt:

Stufe 5

N (normal) = Muskeln mit sehr guter Funktion (100% der Norm), die bei vollkommender Bewegungsfreiheit imstande sind, einen beträchtlichen äußeren Widerstand zu überwinden. Allerdings bedeutet das nicht, dass die Muskeln in allen Funktionen (z. B. Ermüdbarkeit) normal sind.

Stufe 4

G (gut) = 75% der normalen Muskelkraft. Der getestete Muskel schafft die Bewegung im vollen möglichen Ausmaß und ist imstande einen mittelgroßen äußeren Widerstand zu überwinden.

Stufe 3

F (fair = schwach) = 50% der normalen Muskelkraft. Das bedeutet, dass der Muskel imstande ist, eine Bewegung im vollen möglichen Ausmaß – mit Überwindung der Schwerkraft – auszuführen. Dabei leistet der Untersuchende keinen zusätzlichen muskulären Widerstand.

Stufe 2

P (poor = sehr schwach) = 25% der normalen Muskelkraft. Der Muskel kann eine Bewegung im vollen möglichen Ausmaß ausführen, vermag es aber nicht, einen so geringen Widerstand zu überwinden, wie ihn das Eigengewicht des getesteten Körperteils darstellt.

Stufe 1

T (trace = Spur einer Anspannung) = 10% der normalen Muskelkraft. Bei der Untersuchung spannt sich der Muskel an, seine Kraft reicht allerdings nicht mehr aus, den zu testenden Körperteil zu bewegen.

Stufe 0

Null (zero) . Beim Bewegungsversuch ist nicht die geringste Muskelkontraktion erkennbar.

 

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Literatur

Janda V (2000). Manuelle Muskelfunktionsdiagnostik. München: Urban&Fischer.

Fitness-Lexikon

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