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Stress und Leistungsfähigkeit – (k)ein Widerspruch?

Leistungsfähigkeit durch Stress

Zu viel Stress sorgt für Überforderung und Leistungseinbußen. Zu wenig Stress lässt uns lethargisch und unmotiviert werden. Eine gute Mischung aus Stress und Entspannung sorgt für die maximale Leistungsfähigkeit. Nur wie lässt sich nun ein gesundes Stressniveau ermitteln? Wann ist es zu viel und wann zu wenig Stress?

Zu Beginn sei festzuhalten, dass der Mensch Stress benötigt, um eine adäquate Leistung zu bringen und motiviert zu sein. Stress fordert Körper und Geist und sorgt dafür, dass wir wach und leistungsfähig sind. Zu viel Stress wirkt sich aber schnell negativ auf Körper und Geist aus. Meist ist es das Gefühl der Überforderung, das für das negative Stressempfinden (Distress) sorgt.

Stress wird nicht von jedem gleich empfunden

So individuell wir alle sind, so unterschiedlich ist auch das Stressempfinden jedes Einzelnen. Während Ereignisse für den Einen als höchst stressig empfunden werden (z.B. ein Fallschirmsprung), kann das Gleiche für den Anderen die pure Entspannung sein. Stressempfinden hängt also von den persönlichen Präferenzen und Interessen ab. Zudem sind die Ressourcen und Verhaltensweisen, mit denen Stresssituationen erlebt und bewältigt werden, bei jedem unterschiedlich ausgeprägt.

Während einige sich strukturiert an die Problemlösung begeben, rennen andere mit hochgeworfenen Armen schreiend durch den Raum. Findet man sich in der zweiten Gruppe wieder, sollte dringend mit dem Erlernen von Methoden zur Stressbewältigung begonnen werden. Über kurz oder lang wird sich sonst das Gefühl der Überforderung einstellen, welches in letzter Konsequenz zum Burnout-Syndrom führen kann.

Das genaue Gegenteil davon wird mit dem Boreout-Syndrom beschrieben. Sind die zu bewältigenden Aufgaben so gewählt, dass man nicht gefordert wird, sinken Motivation und Leistungsfähigkeit. Das Gefühl der Unterforderung geht häufig mit der Suche nach Sinn und Inhalt der Arbeitsaufgabe oder des Lebens einher. Vom Boreout-Syndrom können nicht nur unterforderte Arbeitnehmer betroffen sein, sondern auch solche, die in keinem Arbeitsverhältnis (mehr) stehen. Gerade die letzte Situation führt häufig zur sogenannten Lebenslangeweile. Wenn das Alltägliche nicht abwechslungsreich, fordernd, neu und interessant ist, stellt sich eine Gleichgültigkeit dem Leben gegenüber ein.

Dieser Zustand hat negative Auswirkungen auf Körper und Geist. Auch hier können ähnliche Symptome wie bei dem Burnout-Syndrom auftreten. Von Konzentrationsstörungen über Unruhezustände bis zu Magen-Darm-Beschwerden können die Auswirkungen von Langeweile sehr breit gefächert sein.

Gesundes Stressmaß – optimale Leistungsfähigkeit

Die pauschale Bestimmung eines gesunden Stressmaßes zu treffen, ist unmöglich. Grund dafür sind die unterschiedlichen Ressourcen und Verhaltensweisen jedes Einzelnen. Allerdings lassen sich die eigene Stressresistenz und der Umgang mit stressigen Situationen trainieren. Als wichtigstes Instrument gilt dabei die Selbstreflektion. Horchen Sie in sich hinein und prüfen Sie ihr Vorgehen rational.

Wenn sie es schaffen, einem Stressmaß ausgesetzt zu sein, das Sie als antreibend empfinden, ohne dabei Ermüdung und Leistungsabfall zu bemerken, haben Sie Ihr individuell optimales Stressmaß gefunden. 

Um den Verlauf und Zusammenhang von Stress und Leistung zu verdeutlichen, hilft ein Blick auf die von Yerkes und Dodson entworfene Kurve. Es erfolgt die Darstellung der Leistungsfähigkeit unter Einfluss von Stress.

Stress und Leistungsfähigkeit

Die Leistungsfähigkeit ist am höchsten, in der Mitte der Belastungskurve. Links und rechts der maximalen Leistung herrscht ein Ungleichgewicht zwischen Beanspruchung und Beschaffenheit.

Körperliche und geistige Gesundheit - bezogen auf das Stressempfinden - wird erlangt, wenn Sie das für sich optimale Stressempfinden erreichen.

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