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Rationierung im Gesundheitswesen – Ein Vergleich zwischen impliziter und expliziter Rationierung

Autor: Dörte Ciesla
Universität: Bergische Universität Wuppertal
Art: Bachelorarbeit
Erscheinungsjahr: 2016

Gesundheitsleistungen werden rationalisiert

Die Grenze der Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens ist in zahlreichen Staaten ein wichtiges Thema in der Gesellschaft. Im Vergleich dazu ist die Diskussion darüber in Deutschland kaum vorhanden. Es ist abzusehen, dass durch die Strukturentwicklungen der Bevölkerung und der Technik, Handlungsbedarf bezüglich der Finanzierung von Gesundheitsleistungen bestehe. Bisher spürt die Gesellschaft keine gravierenden Einschnitte in der Versorgung. Jede erkrankte Person mit Versicherungsschutz wird eine gute Behandlung erhalten. Niemand muss auf eine Therapie verzichten. Doch die Anzeichen einer veränderten Gesundheitspolitik würden langsam sichtbar. Dies zeige sich auch in den Diskussionen um den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung. (vgl. Deutscher Ethikrat, 2011, S. 7)

Bereits seit Jahrzehnten unternimmt die Politik Versuche, die finanzielle Struktur der Krankenversicherer zu verbessern. Es folgten diverse Gesetzesentwürfe, welche jedoch die steigende Nachfrage nach Gesundheitsgütern nicht regulieren konnten. (vgl. Murswick, 2000, S. 225) Es scheint unumgänglich zu sein, Maßnahmen zu implementieren, die unter Berücksichtigung der Verteilungsgerechtigkeit dazu führen, dass die finanzielle Dysbalance im Gesundheitssystem ausgeglichen wird.

Eine Möglichkeit zur Reduktion der Nachfrage stellt die Rationierung von Gesundheitsleistungen dar. In der Gesellschaft werde Rationierung allgemein als ein Vorenthalten von medizinisch notwendiger Leistung verstanden (vgl. Marckmann, 2009, S. 108). Dabei geht es weniger um das Unterschlagen als um das angemessene Verteilen von Gesundheitsgütern. Diese Verteilungsproblematik spiegelt sich in Fragen wie: Wie funktioniert gerechte Rationierung? Wer soll Leistungen erhalten? Wer entscheidet über den Leistungsumfang? wider.

In dieser Arbeit wird die Ausgangssituation des Staates hinsichtlich der Gesellschaftsstruktur und des Fortschrittes der Medizin erläutert, sowie die daraus resultierenden Kostenentwicklung. Weiter werden Abgrenzungen zwischen den Begriffen Rationalisierung, Priorisierung und Rationierung getroffen, da diese häufig synonym verwendet werden. Anschließend wird auf die Rationierung im Gesundheitswesen eingegangen. Als Kern steht die Herausarbeitung der impliziten und expliziten Rationierung. Beide Arten werden vorgestellt und es werden die rechtlichen sowie ethischen Aspekte dieser Formen erläutert. Anschließend werden der Istzustand sowie die Auswirkungen für die Zukunft betrachtet.

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